Geschichte des Museums für Kunst und Geschichte der Provence

Das Museum für Kunst und Geschichte der Provence befindet sich in einem Stadthaus, das sich eine der ältesten Adelsfamilien des Mittelalters der Provence im 18. Jhdt. errichten ließ, Familie Grasse, später Grasse-Cabris, verbunden mit den Clapiers. Der Marquis Jean-Paul de Clapiers-Cabris heiratet Louise Riqueti (1769), die Schwester des Grafen Mirabeau (1749-1791), Abgeordneter des Tiers-Etat.

Dieses Stadthaus am Fuß der Stadtmauern ist das Werk des aus Mailand stammenden Architekten Jean Orello. Im italienischen Stil durch sein Terrassendach und die farbige Fassade, aber französisch wegen des klassischen Stils seiner Südseite, während die Aufteilung des Gebäudes und seine Einteilung provenzalisch sind.
Um 1776 verfällt das reich dekorierte und möblierte, aber unvollendete Gebäude. Die französische Revolution zwingt die Familie, nach Italien zu fliehen. Es entsteht eine staatliche Revolutions-Bibliothek, das einzige was von einem größeren Projekt, Museum und Pflanzenkonservatorium im Garten, übrig geblieben war. 
Im Jahr 1813 verkauft die Tochter des Marquis de Clapier-Cabris wegen der Schulden ihrer Eltern das Gebäude zwangsweise an die Brüder Bruery, Parfumeurs, die aus dem Gebäude ihr Wohnhaus und ihre Fabrik machen. Das Unternehmen erweist sich verhängnisvoll, denn es verändert irreparabel den Ort. 
In der Folge benützen die Bruery-Erben es nur zum Lagern ihrer im Westen des Gebäudes gelegenen Parfümerie.
Dann (Ende des 19., Beginn des 20. Jhdt.) wir das Haus Clapiers-Cabris ein Wohnhaus und erleidet wieder zahlreiche Umbauten. 
Schließlich steckt François Carnot im Jahr 1918 sein Vermögen und seine Kompetenz in den Dienst dieses Gebäudes, dem er wieder Leben verleiht, ohne jedoch das ersetzen zu können, was im Jahrhundert zuvor zerstört und verkauft worden war, wie zum Beispiel die Holztäfelungen der Salons und Zimmer, Kamine, ein Teil des Mobiliars und die Parkettböden der Wohnungen.
Er startet eine öffentliche Subskription und errichtet im Jahr 1921 das Musée Fragonard, heute Musée d’Art et d’Histoire de Provence.

Das M.A.H.P. und sein Gebäude sind seit 1952 Eigentum der Stadt Grasse.